Verfasst von: Medienblogger | 8. November 2009

Lahms Interview: ist Facebook schuld?

Philipp Lahm ist das Thema des Wochenendes. Nach seinem Interview in der SZ rätseln der Bayern-Vorstand, Mitspieler, Fans und Medien gemeinsam über die Beweggründe für das Interview des sonst so zurückhaltenden Außenverteidigers.

Die Kommunikationsoffensive von Lahm könnte darin begründet liegen, dass das Management des Nationalspielers seit zwei Tagen eine offizielle Philipp-Lahm-Seite auf Facebook gestartet hat. Hat etwa Roman Grill, der Berater von Philipp Lahm, den Interview-Termin mit der SZ organisiert und wollte dabei auf die neue Facebook-Seite hinweisen? Falls nicht wäre es schon ein erstaunlicher Zufall.

Die Moral aus der Geschichte? Web 2.0 scheint so einfach zu sein. Ist es aber nicht. Man braucht für eine gelungene Kommunikationsstrategie einen ganzheitlichen Ansatz, der sich nicht in Einzelaktionen erschöpft. Für die Vereine zeigt sich, dass neben der klassischen Pressearbeit auch die Betreuung der jeweiligen Medienaktivitäten der Spieler (also nicht nur bei Interviews, sondern auch im Web 2.0!) immer wichtiger wird. Damit könnte man dann auch den persönlichen Beratern der Spieler den Wind aus den Segeln nehmen.

Was den FC Bayern angeht: Uli Hoeness hat ja gestern vermutet, dass Herr Grill gerne beim FC Bayern arbeiten würde. Ergo: Dass er dort nicht arbeitet. Herr Grill scheint dies anders wahrzunehmen. Auf der Webseite des Spielerberaters steht nämlich:

Tätigkeit in der Medienabteilung des FC Bayern

. Komisch, oder?

Verfasst von: Medienblogger | 16. Oktober 2009

Der Nachteil der neuen Twitter-Listen

Als ich mich heute morgen bei Twitter eingeloggt habe, habe ich eine auf den ersten Blick sehr angenehme Überraschung erlebt: Twitter hat mir die neue Listen-Funktion spendiert, die vor rund zwei Wochen bereits angekündigt wurde.

Die Vorteile dieser neuen Funktion liegen klar auf der Hand: Listen sind die lang herbeigesehnte Gruppen-Funktion. Neben der Suchfunktion und den Trending Topics sind die Listen also eine weitere Möglichkeit, Ordnung in seine eigene Timeline zu bringen. Dazu trägt auch bei, dass Listen privat sein können und somit der Filterung der eigenen Timeline dienen.

Listen sind aber auch öffentlich. Und dies könnte Konsequenzen haben. Da das mit der Listenfunktion einhergehende modifizierte Twitter-Layout anstatt wie bisher die Anzahl der Tweets die Anzahl der Listen anzeigt, dürfte demnächst ein neuer Wettlauf auf Twitter ausbrechen: Auf wievielen Listen ist jemand vermerkt?

Ich habe mich bereits in der Vergangenheit sehr über das Follower-Syndrom geärgert. Die Anzahl der Follower wurde schnell zu einem falsch verstandenen Qualitätsmerkmal, das zu spamartigen Verhalten unter all denjenigen führte, die sich dem Gruppenzwang nach mehr Followern nicht entziehen konnten. Durch die prominente Platzierung der Häufigkeit, in die man in Listen aufgenommen wurde, könnte es sein, dass die Listenzugehörigkeit zum Maß aller Dinge in Twitterland werden wird.

Warten wir mal ab, bis das neue Feature für alle verfügbar sein wird — derzeit ist es noch in der Betaphase. Dann wird man auch beurteilen können, ob es sich um ein neues Killerfeature mit Begeisterungsgarantie handelt oder ob der gut gemeinte und längst überfällige Gedanke aufgrund schlechter Umsetzung verpufft.

Verfasst von: Medienblogger | 14. Oktober 2009

Beamte, Angestellte, und ihre Sozialabgaben…

Gerade eben wurde ich vom Radiowecker und den 6.00-Uhr Nachrichten auf SWR3 geweckt. Die zweite Meldung war ein echter Scoop:

Beamte zahlen einer Studie zufolge deutlich weniger Sozialabgaben als Angestellte

Echt? Es ist in der Tat unfassbar, welche unglaublichen Dinge in unserer schönen Welt geschehen. Wenn das so weiter geht, dürfen wir uns auf noch mehr solcher Enthüllungen gefasst machen. Etwa, dass Spieler in der Fußball-Bundesliga mit ihrem Sport deutlich mehr verdienen als Hobbykicker in der Kreisklasse. Oder dass neuesten Erhebungen zufolge in Deutschland deutlich mehr Menschen wohnen als in der Schweiz. Oder dass Feldversuche ergeben haben, dass dreckige Wäsche deutlich sauberer wird, wenn sie mit Waschmittel gewaschen wird. Oder dass die durchschnittliche Lebensdauer von Pflanzen durch regelmäßiges Gießen erhöht werden kann.

Verfasst von: Medienblogger | 22. September 2009

Meine Stadt: Mannheim

Verfasst von: Medienblogger | 16. September 2009

Gestatten: Diplom-Romanist

Nachdem ich vor wenigen Minuten meine letzte mündliche Prüfung an der Uni bestanden habe, darf ich mich nun Diplom-Romanist nennen. Damit gehen ziemlich genau 6 Jahre Studium zu Ende, von denen ich 9 Semester an der Universität Mannheim verbracht habe, 2 Semester an der Sciences Po in Paris und 1 Semester im Praktikum.

In Mannheim habe ich im Studiengang Diplom-Romanistik mit wirtschaftlicher Qualifikation viel über Frankreich und Spanien, über Sprach-, Medien- und Literaturwissenschaft, über BWL und Internationales Management, über Kommunikationswissenschaft und Sozialwissenschaften und sicherlich noch einiges mehr gelernt. Die ersten Jahre waren von den wichtigen geisteswissenschaftlichen Einführungsveranstaltungen, aber auch von den herausfordernden BWL-Vorlesungen geprägt. Nach dem Vordiplom nach vier Semestern wartete dann mit der Vorlesungsreihe in Internationalem Management die nächste Herausforderung, während ich mich auf Seiten der Romanistik zunehmend wissenschaftlich austoben konnte.

Ebenso schön war es, dass ich neben dem Studium mit einigen Kommilitonen die Gelegenheit hatte, ein Stadtmagazin herauszugeben, mit dem wir die Medienlandschaft in Mannheim ein bisschen aufmischen konnten.

Durch die Aufnahme ins europäische Exzellenzprogramm des DAAD konnte ich mir 2007 einen weiteren Traum erfüllen, nämlich ein Studium an der Sciences Po in Paris. Im Studiengang Kultur- und Medienmanagement (Vertiefungsrichtung Presse und Verlage) lernte ich nicht nur viel über das französische Mediensystem und die Herausforderungen für die Medienmacher, sondern insbesondere auch, wie man unter Zeitdruck effizient arbeitet und dabei seinen gesunden Menschenverstand zu Höchstleistungen nutzt — von der Verbesserung der Sprachkenntnisse ganz zu schweigen.

Nach der Rückkehr 2008 stand dann die Vorbereitung der Examina in Mannheim an. Meine Diplomarbeit schrieb ich in vier Monaten über ein Thema, das mich seit dem zweiten Semester interessierte: Europäische Sprachenpolitik und ihre nationale Umsetzung in Frankreich, so der Titel des Werks. Anschließend standen noch die schriftlichen Examensprüfungen an, wobei ich mich neben der spanischen Orthographie insbesondere für das neue Forschungsfeld Hypertextlinguistik sowie Werbesprache interessierte. Wen das näher interessiert, der kann ja mal einen Blick in mein akademisches Journal werfen…

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