Verfasst von: Medienblogger | 26. Juni 2009

Vom Atom zum Bit

Ich sitze dieser Tage recht viel in der Bibliothek, um mein Uni-Examen vorzubereiten. Es dürfte kaum verwundern, dass ich dabei stets meinen wichtigsten Helfer bei mir habe: den Laptop. Nichts geht einfacher und schneller, als Erkenntnisse aus verschiedenen Handouts und dazugehöriger Literatur in ein Word-Dokument zu tippen und zusammenzufassen. Wenn ich zwei Tage später merke, dass eine Passage geändert oder ergänzt werden muss, kann ich das problemlos machen (na gut, manchmal muss ich neu ausdrucken…). Alles in allem bietet die Möglichkeit der digitalen Textverarbeitung, an die wir uns schon so gewöhnt haben, sinnvolle Synthese-Möglichkeiten für größere Lernkomplexe. Dazu entspricht sie der synaptischen Struktur unseres Gehirns.

Nun die Frage: Wie hat man vor wenigen Jahren, als es noch keine Laptops gab, gelernt? Natürlich konnte man auch handschriftliche Zusammenfassungen machen, aber es liegt auf der Hand, dass es dabei nicht so einfach ist, Streichungen und Ergänzungen oder Neustrukturierungen vorzunehmen. Trotzdem hat man früher auch Uni-Examen geschrieben und bestanden. Was anders war, ist logischerweise die Rezeption von Wissen. Ergo: Die technischen und technologischen Möglichkeiten ändern die Art und Weise, wie wir denken. Oder anders ausgedrückt: Das Industriezeitalter ist längst zu Ende, das Kommunikationszeitalter hat begonnen.

Verfasst von: Medienblogger | 12. Juni 2009

Bloggen, die moderne Kunst der Rhetorik

Wer heutzutage noch behauptet, Bloggen wäre ein Trend, der lebt wahrscheinlich nicht nur hinter dem Mond, sondern mindestens außerhalb unseres Sonnensystems. Denn Bloggen ist längst etabliert und der Erfolg der Technologie treibt ganze Print-Verlage in den Ruin und so manchen Verleger in die Verzweiflung.

Doch wie alt ist das Bloggen wirklich? Natürlich haben die technologischen Entwicklungen in der Hypertexttechnik Ende des 20. Jahrhunderts Online-Texte erst möglich gemacht. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts hat sich die Textsorte des Blog-Artikels dann rasch etabliert. Eine der beim Bloggen begründeten Konventionen, nämlich die der Rankings, Hitlists und Ranglisten, schlägt sich mittlerweile sogar im Fernsehen nieder. Dabei kann die Konstruktion eines gelungenen Blog-Artikels durchaus mit einer Kunst verglichen werden, die sehr viel älter ist: Der Rhetorik.

Die Rhetorik stammt von den alten Griechen und Römern. Ihren traditionellen Sinn findet sie in der Ausbildung öffentlicher Redner, deren Kompetenzen sich auf die folgenden Bereiche (ich nenne die lateinischen Originalnamen mit einer Erklärung) beziehen: der inventio, also dem Entdecken passender Ideen; der dispositio, also der Anordnung dieser Ideen in einem Text (egal ob mündlich oder schriftlich); der elocutio, dem Finden passender Ausdrücke für die jeweilige Idee; der memoratio, dem Einprägen im Gedächtnis für den freien Vortrag; schließlich die actio, der tatsächliche Vortrag.

Die Parallelen zum Bloggen sind erstaunlich: Welcher Blogger plagt sich nicht mit der Frage, über welches Thema er heute schreiben soll (also das Problem der inventio)? Hat man eine Idee, macht man sich idealerweise Gedanken um ihre Anordnung, schließlich ist im Zeitalter von Klickraten und Bilderstrecken auch die Verweildauer ein wichtiges Kriterium (also das heutzutage kommerziell relevante Problem der dispositio). Möchte man Leser dauerhaft binden, sollte sich zur Relevanz der Themen auch ein Schreibstil gesellen, der begeistern kann und den Leser nicht vor allzu große Probleme stellt (also das Problem der elocutio). Die beiden verbleibenden Bereiche, die memoratio und actio, sind insbesondere für mündliche Texte von Relevanz und sorgen dafür, dass man heutzutage Rhetorik vor seinem inneren Auge mit Bildern von Cicero auf dem römischen Forum verbindet. Sie finden ihre moderne Entsprechung im (Keynote-)Speaker-Business sowie in der Binsenweisheit, dass gute Präsentationstechniken sowie der gekonnte Umgang mit Powerpoint für Hochschul-Absolventen (und bisweilen sogar bereits für Schüler, wie die Änderung der Abiturprüfungsordnung in einigen Bundesländern zeigt) als wichtige Kompetenzen angesehen werden.

Die Aufzählung zeigt zweierlei: Bloggen ist älter, als man denkt. Die Grundlagen erfolgreicher schriftlicher, aber auch mündlicher Texte sind seit tausenden von Jahren bekannt. (Online-)Journalisten, Blogger und überhaupt Marketer und Kommunikateure sollten diesen Quell der Erkenntnis nutzen. Die zweite Erkenntnis ist gewissermaßen die Kehrseite dieser Medaille: Wenn die Geisteswissenschaften im heutigen Zeitalter von Bologna-Prozess und der Frage nach wirtschaftlicher Verwertbarkeit von Wissen wieder an Attraktivität gewinnen wollen, sollten sie mal einen Blick auf internetbasierte Texte werfen.

Ach ja: die Idee von Hypertext ist ebenfalls älter als man denkt. Nur dass man früher noch nicht  klicken konnte (siehe oben).

Verfasst von: Medienblogger | 7. Mai 2009

Studenten-Pisa

Gerade kam die Auswertung meines Studenten-Pisa-Tests hereingeflattert:

studenten-pisa

Verfasst von: Medienblogger | 12. März 2009

Verstehen

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Verfasst von: Medienblogger | 3. März 2009

Diplomarbeit: Sprachpolitik, Europa, Frankreich

In den letzten Tagen und Wochen habe ich hier und drüben bei Deuxzero nur sehr selten gebloggt. Das liegt nicht daran, dass Finanzkrise, Facebook-AGB oder der Dauerzwist zwischen Merkel und Sarkozy wenig berichtenswert wären – im Gegenteil. Ich widme aber derzeit die freie Zeit neben Uni, meinem Job bei ekaabo (wo wir gerade yiid gelauncht haben) und der Examensvorbereitung dem Schreiben meiner Diplomarbeit. Und nachdem mich jetzt schon einige Leute gefragt haben, über was ich denn so schreibe, kann ich ja zumindest mal ansatzweise erläutern, welchas Thema mich derzeit so intensiv beschäftigt.

Meine Diplomarbeit beschäftigt sich mit Sprachpolitik. Sprachpolitik umfasst traditionellerweise Gesetze, die den Gebrauch von Sprache regeln. Sprachpolitik betrifft aber nicht nur Gesetze, sondern auch die Frage sprachlicher Minderheiten, Sprachpflege oder Bildungspolitik. In Deutschland spielt Sprachpolitik im politischen wie öffentlichen Leben seit jeher kaum eine Rolle, auch wenn die CDU im Saarland vor wenigen Monaten im Grundgesetz verankern wollte, dass die Sprache der Deutschen das Deutsche sei.

In Frankreich hingegen zählt Sprachpolitik seit vielen Jahrhunderten zu den Aufgaben des Staates und hat einen entscheidenden Beitrag zur Schaffung der französischen Nation geleistet.

Ich beschäftige mich in meiner Diplomarbeit mit einer Perspektive der Sprachpolitik, die im Vergleich mit Frankreich noch relativ jung ist: der europäischen Perspektive von Sprachenpolitik. In einem ersten Teil analysiere ich die europäische Sprachenpolitik (Charakteristika und Probleme), um dann in einem zweiten Teil anhand des Beispiels Frankreich überprüfen zu können, ob sich die nationale sprachpolitische Perspektive durch die europäische Sprachenpolitik verändert hat.

Bald ist die Hälfte der Bearbeitungszeit vorbei, und noch liege ich ganz gut im Zeitplan. Damit das so bleibt, werde ich mich weiter fleißig ranhalten. Schließlich kann ich umso schneller wieder mehr bloggen, je schneller ich fertig bin…

Ältere Artikel »

Kategorien