Verfasst von: Medienblogger | 1. August 2011

Eintracht Braunschweig – Bayern Müller 0:3

Erste Runde DFB-Pokal, erstes Pflichtspiel der Saison, und ein überzeugender, konzentrierter Sieg gegen den Tabellenführer der Zweiten Liga. Sauber. Im Einzelnen:

  • Manuel Neuer: Erstes Pflichtspiel für den neuen Torhüter des FC Bayern, ohne dass er viel zu tun gehabt hätte — zeigte seine Stärken als mitspielender Torhüter.
  • Rafinha: Zeigte mit seiner Bissigkeit in der Defensive und ein paar schnellen Antritten in der Offensive, dass er eine echte Verstärkung sein wird. Ist aber noch nicht bei 100 Prozent.
  • Jérôme Boateng: Trotz gelber Karte nah am Mann und ohne Fehler im Abwehrverhalten — das ist nach der letzten Saison schon eine gute Nachricht für die Bayern-Defensive. Muss die Spieleröffnung noch mehr nach vorne statt zur Seite verlagern.
  • Holger Badstuber: Wiederholt starke Szenen bei der Spieleröffnung mit langen, präzisen Flachpässen. Ein Wackler bei einer Defensivaktion sorgte jedoch für Gefahr vor dem eigenen Kasten.
  • Philipp Lahm: Der Dauerbrenner beim FC Bayern nun wieder links und dabei gewohnt solide. Gegen Ende auch mit mehr Drive nach vorne.
  • Bastian Schweinsteiger: Ballverteiler in Xavi-Manier. Starke Vorstellung.
  • Luiz Gustavo: Solide, und das reichte heute angesichts der geschlossenen Mannschaftsleistung.
  • Toni Kroos: Zunehmend besser, und zunehmend besserer Draht zu den Mitspielern. Man würde sich noch mehr Effektivität bei Standards wünschen.
  • David Alaba: Als Ribéry-Vertreter kam er leicht gehemmt daher. Zeigte aber Einsatz und einige tolle Läufe auf der Seite. Wenn er seinen Respekt ablegt, kann er sicher noch mehr zeigen.
  • Thomas Müller: Bestechende Frühform — was er probierte, klappte. Holte die beiden Elfmeter heraus und zeigte sensationelle Wettkampftechnik beim dritten Tor. Schoß Braunschweig damit quasi im Alleingang ab.
  • Mario Gomez: War bemüht und versuchte der Floskel „die Verteidigung beginnt im Angriff“ aktiv Leben einzuhauchen. Wenn von außen noch mehr kommt und schneller gekontert wird, wird er auch wieder knipsen.
Verfasst von: Medienblogger | 24. Juli 2011

Musik ohne Kabel

Da besitzt man ein modernes Smartphone und trägt die eigene Musiksammlung stets mit sich rum. Was liegt da näher als der Wunsch, in guter Qualität entspannt Musik zu genießen? Stattdesen ärgert man sich in der Regel über mindere Audioqualität der mitgelieferten Stöpsel oder schmerzende Ohren — Stichwort In-Ear-Kopfhörer.

Da ich von den handelsüblichen Stöpseln die Nase voll hatte, machte ich mich auf die Suche nach richtigen Kopfhörern. Zwei Kriterien waren mir wichtig: gute Audioqualität und guter Tragekomfort. Nach kurzer Internetrecherche in Sachen Kopfhörer waren zwei Dinge klar: Die Monster-Kopfhörer „Beats by Dr. Dre“ kommen nicht in Frage, da es bei mir mir trotz vielversprechender Ansätze nicht zum Fußballnationalspieler gereicht hat. Und, wichtiger: Meine neuen Kopfhörer sollten kabellos betrieben werden können. Wozu hat mein Smartphone Bluetooth wenn nicht zur kabellosen Übertragung von Musik? Warum noch länger mit dem Kabelgewirr herumärgern?

Gesagt, getan: Beim örtlichen Elektronikdiscounter hatte man mir die „AKG K 830 BT“ empfohlen. Aufgrund von guten Rezensionen in der Fachpresse entschloss ich mich zum Kauf, und sollte es schnell bereuen: In Verbindung mit dem Samsung Galaxy S i9000 und der derzeit aktuellen Android-Version 2.3.3 funktionieren die Kopfhörer nicht richtig. Es kommt nach rund 40 Sekunden zu kurzen Aussetzern von weniger als einer Sekunde sowie zu Geschwindigkeitsschwankungen — etwa so, wie wenn man einer leiernden Schallplatte zuhört. Bei der Recherche im Internet stieß ich auf Berichte, die nahelegten, dass es sich nicht um ein Problem des Kopfhörers handelt, sondern um eine fehlerhafte Implementierung des Bluetooth-Stacks in der Android-Software. Tatsächlich verwies der Hersteller AKG auf Nachfrage auf den Handy-Hersteller. Dieser verwies wiederum auf den Handyprovider. Dass dieser sich nicht für meine Kopfhörer-Probleme interessiert, kann ich irgendwie sogar nachvollziehen. Ein klassischer Fall von Ringschluss also, bei dem einer dem anderen den schwarzen Peter zuschiebt. Nachdem auch das Deinstallieren von Apps auf dem Handy und verschiedene Einstellungen am Handy (Deaktivieren von WLAN, 3G, Herumspielen mit verschiedenen Diensten, die im Hintergrund laufen) nicht halfen und ich wegen nicht vorhandener Root-Rechte keine weiteren Hacks ausprobieren konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als die eigentlich ganz nett aussehenden Kopfhörer wieder zurück zu geben — was nützen die schönsten Kopfhörer, wenn die Musik hängen bleibt?

Die Frage, die sich mir stellte: Liegt es tatsächlich an der nicht ausgereiften Bluetooth-Technologie? Ich beschloss mich umzuhören. Im örtlichen Mediamarkt machte man auf unwissend („Sie sind der erste, der damit Probleme hat“), während mir im Bose-Shop unmissverständlich klar gemacht wurde, dass ich mit meinem Wunsch nach Bluetooth-Kopfhörern doch besser das Weite suchen solle („Wir sind ein Klangoptimierer…“). Da die Mitarbeiterin im O2-Shop auch nicht verstand, wie ein Kopfhörer ohne Kabel funktionieren könne und ich im Vodafone-Shop mit dem Hinweis auf das Android-Update 2.3.4 vertröstet wurde, zog ich von dannen und wäre wohl auch heute noch ohne Kopfhörer, wenn…ja wenn ich nicht aus Langeweile an einer Straßenbahnstelle im Herzen Mannheims die Umgebung nach Bluetooth-Sendern gescannt hätte. Aus dem T-Mobile-Laden hinter mir sendete ein „Jabra Halo“, und da hatte ich bei einer Internet-Recherche doch schon mal etwas gesehen: Waren das nicht diese futuristischen Knick-Kopfhörer?

Im Laden konnte ich die Kopfhörer testen, und siehe da: Problemlose Übertragung, und nicht nur das: gemessen an der relativ geringen Größe der halboffenen Kopfhörer ein erstaunlich sattes Sounderlebnis. Die Jabra Halo-Kopfhörer können auch kabelgebunden betrieben werden und unterstützen neben der Musikübertragung über A2DP auch die Bluetooth-Freisprechprotokolle zum kabellosen Telefonieren. Die Lautstärke der Halo-Kopfhörer wird durch einen Sensor am rechten Bügel reguliert — ziemlich genial, wie ich finde. In Verbindung mit einem einzelnen, gut erreichbaren Knopf auf der Außenseite des Bügelhalters kann die Musik angehalten oder wiederaufgenommen werden bzw. ein eingehendes Gespräch angenommen werden. Doppeltes Tippen am Sensor ermöglicht das Weiterschalten oder Zurückspringen um einen Musiktitel, so dass das Handy tatsächlich in der Hosentasche verbleiben kann. Die Samtauskleidung der Kopfhörer ist zwar ein Staubfänger, dafür kann man auch nach Stunden noch ohne Ohrenschmerzen kabellos Musik hören – letztlich genau das, was ich wollte.

Verfasst von: Medienblogger | 14. Juli 2011

Google+ und die versteckte Nearby-Funktion

Dass Google mit seinem Google+ Projekt einen Frontalangriff auf Facebook, Twitter und Co gestartet hat, ist inzwischen allgemein bekannt. Was aber derzeit weniger bekannt sein dürfte, ist die „Nearby“-Funktion von Google+. Denn neben Circles, Huddles und Hangouts hat Google+ auch eine Funktion zu bieten, mit der man Beiträge aus der näheren geographischen Umgebung angezeigt bekommt. Wo aber kann man „Nearby“ finden? Klare Antwort: Auf dem PC gar nicht — die Funktion ist nur auf der mobilen App verfügbar. Dort muss man den Stream starten und dann nach links wischen:

Mit „Nearby“ wird es möglich, einen schnellen Überblick über die Vorgänge in der Umgebung zu bekommen. Angezeigt werden freigeschaltete Beiträge von Circle-Kontakten oder öffentliche Beiträge von Personen aus der Umgebung. Egal ob zu Hause oder auf Reisen: „Nearby“ macht die Vernetzung zu seinen Kreisen persönlicher und ist damit ein echter Pluspunkt für das soziale Erlebnis mit Google+.

Dass die Funktion derzeit nur für Smartphones existiert, ist keine große Überraschung: Zum einen sind es die mobilen Alleskönner mit ihren GPS-Sensoren, die in der Lage sind, Localisation-Infos zu liefern. Zum anderen hat Google mit dem Handy-Betriebssystem Android in den letzten Jahren einen echten Kracher gelandet und besitzt daher Erfahrung in der mobilen Welt. Fazit: Google+ ist nicht nur ein Angriff auf Facebook und Konsorten, sondern auch auf Foursquare und Co. Affaire à suivre…

Verfasst von: Medienblogger | 13. Dezember 2009

Das Facebook-Daten-Desaster

In dieser Woche hat Facebook, das größte und erfolgreichste soziale Netzwerk im Internet, seine Einstellungen zur Privatsphäre geändert. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte sich bereits einige Tage zuvor in einem offenen Brief an die inzwischen über 350 Millionen Nutzer gewandt:

We’re adding something that many of you have asked for — the ability to control who sees each individual piece of content you create or upload. In addition, we’ll also be fulfilling a request made by many of you to make the privacy settings page simpler by combining some settings.

Das klang gut, und ich selbst hatte mir schon vielfach gewünscht, ein Status-Update oder ein Foto nicht mit ALLEN Freunden auf Facebook zu teilen, sondern nur mit einigen. Da ich die Listen-Funktion von Facebook ausgiebig nutze und meinen Freundes- und Bekanntenkreis in unterschiedliche Gruppen eingeteilt habe, sah ich mich schon im Privatsphären-Himmel: Einfach und schnell festlegen, wer meine Beiträge lesen kann und darf.

Als die Änderungen dann schließlich umgesetzt wurden, kehrte nicht nur bei mir schnell Ernüchterung ein: Zwar wurde das versprochene Feintuning des Statusupdates eingeführt, gleichzeitig hat Facebook den erreichten Sicherheitsstandard an anderer Stelle zurückgeschraubt:

With these changes, a limited set of basic information that helps your friends find you will be made publicly available. This information is name, profile picture, gender, current city, networks, friend list, and Pages

Mit anderen Worten: Einige Informationen, die ich Facebook anvertraut habe, sind nun öffentlich zugänglich. Beispiel gefällig?

Auf Facebook kann man Fan von Produkten, Internetseiten oder bekannten Persönlichkeiten werden. Diese Informationen, die ich bisher mit meinen Freunden geteilt habe, waren mit den Änderungen, die Facebook durchgeführt hat, nun für jeden einsehbar. Man hat allerdings keine Möglichkeit, die Sichtbarkeit dieser Daten einzuschränken. Die einzige Möglichkeit besteht darin, sich selbst als Fan zu entfernen. Und genau darin besteht nun die Gefahr für Facebook: Denn scheinbar hat man nicht (mehr?) verstanden, dass der User sich nur ungern bevormunden und sich schon gar nichts vorschreiben lässt. Beim deutschen Pendant StudiVZ führten Sicherheitsbedenken der User dazu, dass Millionen von Benutzern ihren Realnamen verfremdeten und damit das Netzwerk damit innerhalb kürzester Zeit unbenutzbar wurde. Facebook könnte ähnliches drohen, wenn die Benutzer den Eindruck gewinnen, dass ihre Daten dort nicht mehr sicher sind.

Facebook versucht zwar, den nun entstandenen Eindruck zu korrigieren. Während die Freundesliste mit der Änderung der Privatsphären-Einstellungen zwangsweise öffentlich wurde, hat man scheinbar schnell auf die Kritik der User reagiert. Nun besteht die Möglichkeit, im eigenen Profil die Freundesliste zu verbergen, um sie vor unerwünschten Besuchern zu verbergen. Problem dabei? Vor der Änderung der Privatsphären-Einstellungen konnte die Sichtbarkeit der Freundesliste sowohl für Freunde als auch für Nicht-Freunde eingestellt werden. Nach der Änderung der Änderung kann diese Information nur noch in Form einer „Alles-oder-Nichts“-Einstellung freigegeben werden. Ergebnis: Verschlimmbesserung pur.

Fazit? Die neuen Einstellungen sind nicht in allen Fällen feinkörniger und damit besser. Einige wichtige Daten, die den Kernbereich der eigenen Online-Identität betreffen, sind nun für Unbefugte zugänglich. Statt einer besseren user experience führt das Daten-Desaster bei Facebook schließlich sogar dazu, dass die Usability – also die Nutzbarkeit – Schaden nimmt.

Verfasst von: Medienblogger | 12. November 2009

Wird das Internet normal?

Als Sprachwissenschaftler weiß ich, dass es nichts verräterisches gibt als die Art und Weise, wie wir über etwas reden. In letzter Zeit bemerke ich immer häufiger, wie gewisse Internet-Dinge eine sprachliche Wandlung durchlaufen.

Früher sagte man beispielsweise, dass man eine Information auf einer „Internetseite“ gefunden hat. Heute höre ich immer häufiger, dass man über die „Seite“ darauf aufmerksam geworden sei. Oder die elektronische Post, die sich in Form einer „E-Mail-Adresse“ manifestiert — frägt man beispielsweise heute nicht viel eher, an welche „Adresse“ man das schicken darf, ohne dass der Gegenüber einem dann seine PLZ an den Kopf wirft? Was meint ihr?

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