Verfasst von: Medienblogger | 29. August 2008

Facebook Connect vs OpenID?

Die Nachricht stammt wohl schon vom 29. Juli, aber irgendwie ist sie an mir vorbei gegangen. Jedenfalls hat Facebook an diesem Tag im unternehmenseigenen Blog verkündet, dass man an „Facebook Connect“ arbeitet:

Facebook Connect is a new way to use applications, on the open web and not just on Facebook. Soon, you’ll be able to use your Facebook account to login and connect on websites throughout the web. Imagine never filling out another profile at a new site, or having to find your friends all over again. Facebook Connect will help make this a reality and allow you to use Facebook to share information from all over the web with your friends.

Das heißt dann wohl nichts anderes, als dass Facebook sich der OpenID-Idee annimmt. Es scheint dabei jedoch so auszusehen, dass Facebook nicht OpenID-Provider wird, sondern an einem eigenen Registrierungssystem arbeitet. Der Vorteil dabei liegt auf der Hand: Mit seiner 100-Millionen-Nutzerschaft hat Facebook einen riesigen Vorteil an qualitativ gut und korrekt ausgefüllten Profilen. Hinzu kommen die Verlinkungen, also die Freunde der Profilbesitzer. Wenn es nun möglich wird, sein soziales Facebook-Netzwerk überallhin mitzunehmen, dann stellt dies eine ernsthafte Konkurrenz für die OpenID-Plattform dar.

Interessant wird dabei sein, welche Online-Dienste Facebook vom Mitmachen überzeugen kann. Und auch hier sieht es gut aus: Digg, Six Apart und Citysearch werden ebenso von Anfang mit dabei sein wie Amiando, CBS, CNET, CollegeHumor, Disney-ABC Television Group, Evite, Flock, Hulu, Kongregate, Loopt, Plaxo, Radar, Red Bull, Seesmic, Socialthing!, StumbleUpon, The Insider, Twitter, Uber, Vimeo und Xobni. Bei diesen Diensten wird man sich in Zukunft also verbinden können, indem man sich mit seinen Facebook-Benutzerdaten registriert. Das Connect-System wird dann erkennen, welche Freunde aus Facebook sich auch bereits angemeldet haben — diese werden dann bereits als Freunde hinterlegt sein.

Wenn die Nachrichten stimmen, dann könnte es in der Tat sein, dass das uneinheitlich gestaltete OpenID-System populäre Konkurrenz bekommt. Gleichzeitig wird Facebook seinen Einflussbereich über sein eigenes SocialNetwork hinweg ausweiten. Die Gefahr besteht jedoch, dass Phishing-Versuche erleichtert werden, da der Ausgangspunkt einer Einlog-Operation zukünftig eine externe Webseite sein kann. Facebook wird also Wege finden müssen, das Authentifizierungsfenster fälschungssicher zu gestalten, etwa wie bei Yahoo mit dem personalisierten Einlog-Siegel.

Ein Live-Beispiel, wie das neue Facebook-Connect aussehen könnte, findet man auf einer von Facebook-Entwicklern gestalteten Entwicklerseite, die zum Loggen von Jogging-Strecken dient.

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