Verfasst von: Medienblogger | 31. August 2008

Verbrannten Hexen und so

Da wundert man sich schon, welchen (Nachrichten-)Weg so manche Meldung macht. Hier ist wieder so ein Fall, den man mit seriöser Journalismus-Ratio wohl nicht mehr begründen kann: Libération berichtet, dass in der Schweiz die letzte als Hexe verbrannte Frau, deren öffentliche Ermordung nun 226 Jahre zurückliege, rehabiliert worden sei. Wie „Libé“ berichtet, hätten sich die regierende rechtskonservative UDC-Partei und die protestantische Kirche gegen ein solches Votum ausgesprochen. Das Kantons-Parlament habe jedoch einstimmig zugestimmt, die Verurteilung symbolisch zurücknehmen.

Das alles mag nun schön und gut sein und vielleicht sogar den Fakten entsprechen. Die Frage, die sich dennnoch stellt: So what? Dabei ist die Meldung objektiv gut geschrieben: die Quelle (die Schweizer Nachrichtenagentur ATS) wird zitiert und eine historische Einordnung wird am Ende auch noch gegeben (eine Zahl der ermordeten Hexen) mit der wichtigen Objektivierung, dass es sich um ein europaweites Phänomen und nicht um eine Schweizer Spezialität handelt.

Nichtsdestotrotz fehlt eine über den Inhalt hinausgehende Einordnung: Welche Relevanz hat die Meldung heute? Provinzposse oder relevante Politik? Mit anderen Worten: Die Reportage wäre meiner Meinung nach als journalistische Form angemessener gewesen (ja, ich weiß, Zeit und Geld…)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: