Verfasst von: Medienblogger | 2. September 2008

Der Hype um den Chrome-Browser…

…von Google ist sicherlich berechtigt, denn die Neuerungen in technischer Hinsicht wie auch die Belebung der Konkurrenz können für den gemeinen User nur förderlich sein. Je besser die Browser werden, je sicherer unsere Surf-Erlebnisse, desto besser.

Während die Web-Gemeinde jedoch noch rätselt, wie es zusammengeht, dass Google erst kürzlich bekanntgab, auf weitere drei Jahre die Mozilla-Entwicklung als Hauptfinanzier zu unterstützen und gleichzeitig an einem eigenen Browser zu arbeiten, muss man meiner Meinung das Ganze in einem größeren Zusammenhang sehen.

Der Trend hinter dem Hype besteht schließlich darin, dass der Web-User von heute seine Geschäfte zunehmend mehr ins Web verlagert und immer weniger auf seinem eigenen Rechner abspeichert. Wir pflegen inzwischen unsere Fotos, sozialen Kontakte, Blogs samt Kommentare, unsere Bücher-Wünschlisten, unsere Audio- und Videodateien nur noch in seltenen Fällen auf dem eigenen Rechner und lagern sie stattdessen auf die Server der einschlägigen Webfirmen aus. Das ist schlecht für Microsoft, das nach wie vor die am meisten verbreitete Kombi aus Computer-Betriebssystem und Bürosoftware besitzt.

Wenn Google nun Microsoft weitere Stücke aus dem lukrativen Kuchen abluchsen will, dann ist es nur verständlich, dass man versucht den Wandel hin zum webbigen Internetspeicher und weg vom lokalen Festplattenspeicher zu betreiben. Techcrunch hat recht, wenn es die Verbindung von Google Gear und Google Chrome schon als neues Web-Betriebssystem preist. Doch es wird noch besser, denn nun…

…geht in dem allgemeinen Browser-Hype rund um Chrome fast unter, dass Google „Android Market“ angekündigt hat. Die ersten Handys mit dem Android-Betriebssystem sollen dabei Ende September in den USA verkauft werden: Handys von HTC, vertrieben von T-Mobile. Und natürlich soll den Usern in Analogie zum iPhone AppStore von Apple eine Anlaufstelle im Web geboten werden, um Applications herunterzuladen. Google betont jedoch mit einer kaum verhüllten Spitze Richtung Apple:

We chose the term „market“ rather than „store“ because we feel that developers should have an open and unobstructed environment to make their content available

Selbst wenn es letztlich noch nicht ganz eindeutig ist, in welche Richtung Google seine Mobile-Aktivitäten entwickeln wird, so ist die Richtung doch klar, dass Heimcomputer und Handy immer mehr und immer schneller zum Immer-und-überall-Web zusammenwachsen werden. Also: Google Chrome ist nicht in erster Linie Konkurrenz für den Firefox oder den Internet Explorer, nein. Google Chrome ist ein Mosaikstein in einer gelungenen Gesamtstrategie von Google, zu der auch Android gehört. Dass Microsoft sich bereits jetzt für 2009 rüstet, spricht Bände.

Und schließlich: Während sich Chrome nämlich als „normaler“ Webbrowser erstmal Marktanteile erobern muss, wird man beim bevorstehenden Surf-Boom via Handy von Anfang an dabei sein. NIcht umsonst gibt es die bekanntesten Google-Services schon längst auch als mobile Versionen.

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