Verfasst von: Medienblogger | 12. Januar 2009

Google Friendconnect und Facebook Connect

Du schreibst Blogartikel? Du tauschst Neuigkeiten mit deinen Freunden, Bekannten und Kontakten in einem sozialen Netzwerk aus? Du archivierst nützliche oder witzige Dinge, über die du im Internet stolperst, bei einem der diversen Anbieter? Du kommentierst bisweilen Blog- oder Zeitungsbeiträge im Internet? Du stellst deine Bewertungen für Bowlinghallen, Kneipen und Computerläden anderen Usern online zur Verfügung? Du hast dein eigenes Online-Radio mit deiner allzeit verfügbaren Lieblingsmusik? Du organisiert deine Bücher auf einem Online-Bücherregal und nimmst dort auch gerne weitere Empfehlungen entgegen? Du twitterst?

Wenn nur zwei der vorstehenden Fragen auf dich zutreffen, dann hast du dich sicher schon einmal darüber geärgert, dass du niemals all deinen Freunden, Bekannten und Kontakten mitteilen kannst, was du gerade so machst (und wenn, dann nur mit extrem viel Aufwand). Wäre es nicht viel schöner, wenn du alle deine Online-Aktivitäten beisammen hättest und beispieslweise mit einem Klick dein Aktivitäten-Archiv zur Hand hättest? Und wäre es vielleicht nicht noch viel besser, wenn deine Freunde, Bekannten und Kontakte eine zentrale Anlaufstelle hätten, die es ihnen ermöglicht, zu reagieren und gemeinsam mit dir den sozialen Dialog im Internet fortzuschreiben?

Das freie Internet voller Hindernisse? Ein Paradox? Jedenfalls ist etwas dran daran, dass sich die frei verfügbaren Informationen nur schwer zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen. Dies gilt nicht nur für das eigene Profil, sondern auch für die Privatsphäre, über die man sich bei jedem Anbieter neue Sorgen machen muss.

Seit wenigen Wochen bieten jedoch Google und Facebook ein jeweils eigenes Tool an, mit dem das Sich-miteinander-Verbinden auf eine neue Ebene gehoben werden soll. Folglich heißen die Services auch Google Friendconnect und Facebook Connect. Wie funktioniert die Vernetzung 2.0?

Google Friendconnect ist ein einfaches, aber mächtiges Tool, das man auf seinem Blog (oder seiner Webseite) mit wenigen Schritten installieren kann. Zwei Dateien bei Google runterladen, bei sich hochladen, und schon hat man eine eigene Community auf seinem Blog. Um sich einzuloggen, bietet Google jedem User die Wahl zwischen einem Google- oder Yahoo- oder AIM-Benutzerkonto sowie dem Login mittels OpenID an. Damit kann man bereits in diesem frühen Stadium dort zugreifen, wo die meisten Freunde sitzen.

Für den Fall, dass man viele Google-Produkte ntuzt, ist es wahrscheinlich, dass man auch sein eigenes Google Profil aktiviert und ausgefüllt hat. So kann man diese Informationen einbringen und andere können meine Freunde sehen und in Erfahrung bringen, auf welchen Blogs ich mich sonst noch so tummle. Das Widget kann in punkto Farben sowie Breite und Höhe angepasst werden, auch nachträglich. Darüber hinaus bietet Google weitere Widgets an, etwa eine Wall oder die Möglichkeit, Bewertungen abzugeben.

Facebook Connect bietet ein ähnliches Prinzip über Facebook Connect an. Auch hier loggt man sich nicht auf Facebook, sondern auf einem externen Blog (oder einer sonstigen Webseite) mit seinen Facebook-Daten ein. Der Unterschied zum großen G besteht darin, dass man ausschließlich Facebook-Zugangsdaten verwenden kann. Dennoch dürfte das für viele attraktiv sein, da die Meldungen — etwa der letzte Kommentar auf einem Blog — direkt auf der eigenen Facebook-Wall und ggf. auch im Nachrichten-Feed von Facebook erscheinen. Andere Freunde auf Facebook werden damit über die eigenen Schritte außerhalb des Netzwerkes informiert. Darüber hinaus wirbt Facebook damit, dass die mühsam konfigurierten Sicherheitseinstellungen (so man sie denn konfiguriert hat!) von Facebook auf diese Art und Weise nach außen mitgenommen werden können.

Die Installation von Connect ist jedoch weitaus schwieriger als von Google Friendconnect: Zuerst muss man eine eigene Facebook-Application schreiben, und diese dann mit den proprietären FBML-Tags der Facebook Platform auf seiner eigenen Seite einbinden. Zum Glück gibt es bereits ein Kommentar-Plugin für WordPress-Blogs von Facebook und ein um Community-Features erweitertes Plugin von Sociable.

Fassen wir zusammen: Google scheint mit offenerem Visier zu kämpfen, man kann Friendconnect benutzen ohne bei Google angemeldet sein zu müssen. Wer keine Bedenken gegenüber der Suchmaschinen-Krake hat oder genau weiß, was er da so alles von sich veröffentlicht, wird darüber hinaus von der technischen Ausgereiftheit des Zusammenspiels der verschiedenen Google-Produkte — Profil, Empfehlungen aus Google Reader, Kontakte aus Gmail und dem Talk-Messenger und last but not least dem Social Graph — angenehm überrascht sein. Soweit ich das bisher in Erfahrung bringen konnte, kann man mit Friendconnect jedoch nicht auf die User-Funktionen von WordPress zurückgreifen (was zwar die Minderheit ist, aber für Blogbetreiber sicher schön wäre). Das ist bei Facebook-Connect besser gelöst. Darüber hinaus findet aber durch Friendconnect nicht unbedingt mehr Kommunikation auf dem Blog statt, sondern eher zwischen den Besuchern des Blogs.

Darin liegt nun wiederum der tendenzielle Vorteil von Facebook Connect für Blogbetreiber: der hohe virale Anreiz, seine Freunde auf Facebook auf dem Laufenden halten, dürfte für eine deutliche Erhöhung der Kommentare führen. Dies dürfte Besucher wie Blogger freuen – eine klassische Win-Win-Situation.  Weniger schön ist jedoch, dass für die Installation ein gewisser programmiertechnischer Sachverstand nötig ist. Darüber hinaus geht Facebook den Weg in Richtung Öffnung nur teilweise, zu sehr bleibt Facebook Connect ein plattformgebundes Projekt.

Ich habe drüben bei Deuxzero einmal beide Widgets testweise eingebunden. Sie funktionieren auch, wobei ich dazu tendiere, Google Friendconnect für Community-Funktionen und Facebook-Connect für Kommentarfunktionen zu bevorzugen. Und nun die Killerfrage: Wer kann mir sagen, wie ich beides verbinde?

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