Verfasst von: Medienblogger | 3. März 2009

Diplomarbeit: Sprachpolitik, Europa, Frankreich

In den letzten Tagen und Wochen habe ich hier und drüben bei Deuxzero nur sehr selten gebloggt. Das liegt nicht daran, dass Finanzkrise, Facebook-AGB oder der Dauerzwist zwischen Merkel und Sarkozy wenig berichtenswert wären – im Gegenteil. Ich widme aber derzeit die freie Zeit neben Uni, meinem Job bei ekaabo (wo wir gerade yiid gelauncht haben) und der Examensvorbereitung dem Schreiben meiner Diplomarbeit. Und nachdem mich jetzt schon einige Leute gefragt haben, über was ich denn so schreibe, kann ich ja zumindest mal ansatzweise erläutern, welchas Thema mich derzeit so intensiv beschäftigt.

Meine Diplomarbeit beschäftigt sich mit Sprachpolitik. Sprachpolitik umfasst traditionellerweise Gesetze, die den Gebrauch von Sprache regeln. Sprachpolitik betrifft aber nicht nur Gesetze, sondern auch die Frage sprachlicher Minderheiten, Sprachpflege oder Bildungspolitik. In Deutschland spielt Sprachpolitik im politischen wie öffentlichen Leben seit jeher kaum eine Rolle, auch wenn die CDU im Saarland vor wenigen Monaten im Grundgesetz verankern wollte, dass die Sprache der Deutschen das Deutsche sei.

In Frankreich hingegen zählt Sprachpolitik seit vielen Jahrhunderten zu den Aufgaben des Staates und hat einen entscheidenden Beitrag zur Schaffung der französischen Nation geleistet.

Ich beschäftige mich in meiner Diplomarbeit mit einer Perspektive der Sprachpolitik, die im Vergleich mit Frankreich noch relativ jung ist: der europäischen Perspektive von Sprachenpolitik. In einem ersten Teil analysiere ich die europäische Sprachenpolitik (Charakteristika und Probleme), um dann in einem zweiten Teil anhand des Beispiels Frankreich überprüfen zu können, ob sich die nationale sprachpolitische Perspektive durch die europäische Sprachenpolitik verändert hat.

Bald ist die Hälfte der Bearbeitungszeit vorbei, und noch liege ich ganz gut im Zeitplan. Damit das so bleibt, werde ich mich weiter fleißig ranhalten. Schließlich kann ich umso schneller wieder mehr bloggen, je schneller ich fertig bin…

Advertisements

Responses

  1. […] der Rückkehr 2008 stand dann die Vorbereitung der Examina in Mannheim an. Meine Diplomarbeit schrieb ich in vier Monaten über ein Thema, das mich seit dem zweiten Semester interessierte: […]

  2. […] Im Rahmen der Veranstaltung in Kehl wurde deutlich, dass diese “Probleme” ganz verschiedener Natur sein können. Da ist zunächst einmal natürlich das Gewicht der Geschichte: Straßburg, Hauptstadt des Elsass, war von 1870 bis 1945 dreimal deutsches Besatzungsgebiet. Neben der geschichtlichen Erblast gibt es darüber hinaus auch ganz konkrete Herausforderungen, die der grenzüberschreitende Raum Straßburg-Ortenau in der heutigen Zeit zu bewältigen hat: Wie schaffen wir es, dass die Badener im Elsass und die Elsässer ohne Probleme in Baden arbeiten können? Welche juristischen Hürden sind dabei zu überwinden? Und vielleicht noch wichtiger: Was müssen wir dafür tun, damit die kommenden Generationen die Sprache des Nachbarn sprechen? Insbesondere in Baden hat es vor kurzer Zeit einen regelrechten Sturmlauf vieler Eltern gegen den Vorschlag der Landesregierung gegeben, Französisch zur verpflichtenden ersten Schulfremdsprache zu machen. Es darf zumindest die Frage gestellt werden, ob dies klug ist angesichts der Nähe zu Straßburg, das schließlich nicht nur Hauptstadt des Elsasses, sondern auch Sitz des Europaparlaments sowie des Europäischen Rats ist (zur Sprachensituation in Europa siehe meinen Beitrag an anderer Stelle…) […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: