Verfasst von: Medienblogger | 7. August 2009

Fußball 2.0

Heute abend beginnt die neue Bundesliga-Saison. Wie jedes Jahr steht uns auch dieses Jahr die spannendste Saison aller Zeiten bevor: der ewige Favorit FC Bayern startet mit einer runderneuerten Mannschaften und entsprechend vielen Fragezeichen in die neue Saison. Der Titelverteidiger VfL Wolfsburg wird nach wie vor nicht ernst genommen, obwohl der Rekord-Sturm um Grafite und Dzeko gehalten werden konnte. Und dahinter lauern der VfB Stuttgart mit Hleb und Pogrebniyak, der HSV mit zahlreichen Neuverpflichtungen (Zé Roberto, Berg, Rozehnal) und zahlreiche weitere Aspiranten auf die internationalen Plätze – Hoffenheim (wieder mit Ibisevic), Schalke (mit Meistertrainer Magath), Bremen (mit ohne Diego).

Wenn man die Vorfreude auf die neue Bundesliga-Saison im Internet verfolgt, so fällt dieses Jahr auf, dass die Tipp- und Managerspiele boomen. Das Angebot reicht von einfachen Tippbörsen wie Kicktipp hin zu einer Reihe von Managerspielen (etwa von Kicker oder Comunio), bei denen man einen ganzen Kader zusammenstellen und seine Mannschaft durch die Saison begleiten kann.

Dieses Jahr sind weitere Anbieter auf den boomenden Fußball-2.0-Zug aufgesprungen: Die Bild-Zeitung versucht, mit einem kostenpflichtigen Manager-Spiel die Fußballfans zur Kasse zu bitten, und auch Deutschlands Online-Nachrichtenseite Nr. 1, Spiegel Online, versucht mit einem eigenen Fußball-Tippspiel Klickraten zu generieren.
Der Fußball-Hype im Mitmachnetz zeigt eines ganz deutlich: Die Fußball-Fans organisieren ihre Leidenschaft stärker als zuvor online. Fan-Blogs und Fußball-Videos finden sich auf den Web-2.0-Seiten in jeder gewünschten Farbtönung, und nie war es einfacher für den Fan, sich mit Gleichgesinnten online zu treffen.

Da stellt sich natürlich die Frage, wann die Vereine nachziehen: Schließlich bieten sich hier große Potenziale, in einen Dialog mit den eigenen Anhängern zu treten. Natürlich wird dies nicht dazu führen, dass in Zukunft die Beliebtheit von Spielern in Fußball-Communitys die Meinung der Trainer beeinflussen wird. Aber wenn die Vereine auch zukünftig Dauerkartenrekorde vermelden wollen, dann sollten sie vielleicht einmal darüber nachdenken, einen Vereinstwitter aufzusetzen (was für eine Chance: in Echtzeit Spielstände, erzielte Tore und vergebene Chancen dem internetaffinen Fan direkt aufs Handy twittern!), eine Facebook-Präsenz aufzubauen (ich denke nur an die Vereine mit zahlreichen Spielern aus dem Ausland) oder das Multimedium Internet zu nutzen, um Trainings-Videos und Exklusiv-Interviews anzubieten (wird teilweise schon gemacht).

Und noch ein Gedanke: Es wäre nur professionell, Nachwuchstalenten im eigenen Verein einen Ansprechpartner für „neue Medien“ an die Hand zu geben. Angesichts von Fake-Accounts (so existiert Toni Kroos auf Facebook mindestens 7 mal) und der zunehmenden Bedeutung der Online-Reputation wird die Versuchung auch für Fußballer steigen, zu twittern und sich selbst online zu präsentieren. Wenn man aber mit den Youngstern TV-Interviews übt, warum nicht auch Twitter, Facebook und all die anderen schönen Dinge der glitzernden, neuen Medienwelt?

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