Verfasst von: Medienblogger | 24. Juli 2011

Musik ohne Kabel

Da besitzt man ein modernes Smartphone und trägt die eigene Musiksammlung stets mit sich rum. Was liegt da näher als der Wunsch, in guter Qualität entspannt Musik zu genießen? Stattdesen ärgert man sich in der Regel über mindere Audioqualität der mitgelieferten Stöpsel oder schmerzende Ohren — Stichwort In-Ear-Kopfhörer.

Da ich von den handelsüblichen Stöpseln die Nase voll hatte, machte ich mich auf die Suche nach richtigen Kopfhörern. Zwei Kriterien waren mir wichtig: gute Audioqualität und guter Tragekomfort. Nach kurzer Internetrecherche in Sachen Kopfhörer waren zwei Dinge klar: Die Monster-Kopfhörer „Beats by Dr. Dre“ kommen nicht in Frage, da es bei mir mir trotz vielversprechender Ansätze nicht zum Fußballnationalspieler gereicht hat. Und, wichtiger: Meine neuen Kopfhörer sollten kabellos betrieben werden können. Wozu hat mein Smartphone Bluetooth wenn nicht zur kabellosen Übertragung von Musik? Warum noch länger mit dem Kabelgewirr herumärgern?

Gesagt, getan: Beim örtlichen Elektronikdiscounter hatte man mir die „AKG K 830 BT“ empfohlen. Aufgrund von guten Rezensionen in der Fachpresse entschloss ich mich zum Kauf, und sollte es schnell bereuen: In Verbindung mit dem Samsung Galaxy S i9000 und der derzeit aktuellen Android-Version 2.3.3 funktionieren die Kopfhörer nicht richtig. Es kommt nach rund 40 Sekunden zu kurzen Aussetzern von weniger als einer Sekunde sowie zu Geschwindigkeitsschwankungen — etwa so, wie wenn man einer leiernden Schallplatte zuhört. Bei der Recherche im Internet stieß ich auf Berichte, die nahelegten, dass es sich nicht um ein Problem des Kopfhörers handelt, sondern um eine fehlerhafte Implementierung des Bluetooth-Stacks in der Android-Software. Tatsächlich verwies der Hersteller AKG auf Nachfrage auf den Handy-Hersteller. Dieser verwies wiederum auf den Handyprovider. Dass dieser sich nicht für meine Kopfhörer-Probleme interessiert, kann ich irgendwie sogar nachvollziehen. Ein klassischer Fall von Ringschluss also, bei dem einer dem anderen den schwarzen Peter zuschiebt. Nachdem auch das Deinstallieren von Apps auf dem Handy und verschiedene Einstellungen am Handy (Deaktivieren von WLAN, 3G, Herumspielen mit verschiedenen Diensten, die im Hintergrund laufen) nicht halfen und ich wegen nicht vorhandener Root-Rechte keine weiteren Hacks ausprobieren konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als die eigentlich ganz nett aussehenden Kopfhörer wieder zurück zu geben — was nützen die schönsten Kopfhörer, wenn die Musik hängen bleibt?

Die Frage, die sich mir stellte: Liegt es tatsächlich an der nicht ausgereiften Bluetooth-Technologie? Ich beschloss mich umzuhören. Im örtlichen Mediamarkt machte man auf unwissend („Sie sind der erste, der damit Probleme hat“), während mir im Bose-Shop unmissverständlich klar gemacht wurde, dass ich mit meinem Wunsch nach Bluetooth-Kopfhörern doch besser das Weite suchen solle („Wir sind ein Klangoptimierer…“). Da die Mitarbeiterin im O2-Shop auch nicht verstand, wie ein Kopfhörer ohne Kabel funktionieren könne und ich im Vodafone-Shop mit dem Hinweis auf das Android-Update 2.3.4 vertröstet wurde, zog ich von dannen und wäre wohl auch heute noch ohne Kopfhörer, wenn…ja wenn ich nicht aus Langeweile an einer Straßenbahnstelle im Herzen Mannheims die Umgebung nach Bluetooth-Sendern gescannt hätte. Aus dem T-Mobile-Laden hinter mir sendete ein „Jabra Halo“, und da hatte ich bei einer Internet-Recherche doch schon mal etwas gesehen: Waren das nicht diese futuristischen Knick-Kopfhörer?

Im Laden konnte ich die Kopfhörer testen, und siehe da: Problemlose Übertragung, und nicht nur das: gemessen an der relativ geringen Größe der halboffenen Kopfhörer ein erstaunlich sattes Sounderlebnis. Die Jabra Halo-Kopfhörer können auch kabelgebunden betrieben werden und unterstützen neben der Musikübertragung über A2DP auch die Bluetooth-Freisprechprotokolle zum kabellosen Telefonieren. Die Lautstärke der Halo-Kopfhörer wird durch einen Sensor am rechten Bügel reguliert — ziemlich genial, wie ich finde. In Verbindung mit einem einzelnen, gut erreichbaren Knopf auf der Außenseite des Bügelhalters kann die Musik angehalten oder wiederaufgenommen werden bzw. ein eingehendes Gespräch angenommen werden. Doppeltes Tippen am Sensor ermöglicht das Weiterschalten oder Zurückspringen um einen Musiktitel, so dass das Handy tatsächlich in der Hosentasche verbleiben kann. Die Samtauskleidung der Kopfhörer ist zwar ein Staubfänger, dafür kann man auch nach Stunden noch ohne Ohrenschmerzen kabellos Musik hören – letztlich genau das, was ich wollte.

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Responses

  1. http://intensedebate.com/people/hoffvega3


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